Cinema 4D

Cinema 4D ist eine 3D-Grafiksoftware mit der man unter anderem Modellieren, Texturieren, Animieren und Rendern kann. Dank der intuitiven Oberfläche und der ständig erweiterten Funktionen konnte sich Cinema 4D bis heute einen guten Platz unter den Highend 3D Programmen einräumen. Die aktuelle Version ist das Release 10 (Stand: September 2007).

C4D hat eine Universal-Binary-Version zur Verfügung gestellt um weltweit als erster Hersteller den Intel-Macs ein Programm zu haben, welches die neu gewonnene Performance dieser Rechner ausnutzen konnte.

Gleich nach erscheinen der ersten 64 Bit Version von Windows hat Maxon eine 64 Bit Version von C4D angeboten, was einen Geschwindigkeitsvorteil von ca. 20% brachte.
Noch mehr Performance, durchschnittlich 80% mehr, konnte C4D erreichen nachdem die ersten Dual-Core Prozessoren erschienen sind.

Viele Fachzeitschriften nutzen das von Maxon entwickelte Real World Geschwindigkeitstestprogramm "CINEBENCH" als de facto Standard für viele Tests.

Historie
Cinema 4D wird von MAXON Computer GmbH in Friedrichsdorf in der Nähe von Frankfurt in Deutschland entwickelt.
1990
Die Brüder Christian und Philip Losch entwickeln einen eigenen Raytracer und gewinnen einen monatlichen Wettbewerb in der Zeitschrift Kickstart.
1991
Unter dem Namen "FastRay" wird das Programm für den Amiga auf den Markt gebracht.
1993-1995
Cinema 4D V1 - V3 werden für den Amiga weiterentwickelt.
1996
Cinema 4D V4 wird nun auch für andere Plattformen freigegeben, neben der Version für den Amiga gibt es das Programm fortan auch für Windows, Alpha NT und Macintosh. V 4 ist gleichzeitig die erste Multiprozessor-Version.
1997-2000
Cinema 4D wird stetig weiterentwickelt, neue Pakete erscheinen Cinema 4D gibt es nun in SE, GO und XL Varianten. Cinema 4D Net erscheint und 2000 ist BodyPaint 3D, ein beliebtes Texturierungsprogramm für C4D und andere Grafikprogramme erscheint.
2001-2004
Es entstehen weitere Module für C4D. Darunter das PyroCluster-Modul, das Dynamics Modul und das Sketch and Toon Modul. Die Shadersammlung "Smells like Almonds" von bhodiNUT wird in das aktuelle Release von C4D eingebunden und BodyPaint geht mit dem Release 2 in die nächste Runde.
2005-2006
Maxon bring 2006 mit Release 10 die neuste Version von C4D heraus, ein Hair-Modul wird entwickelt und auch BodyPaint wird stetig weiterentwickelt.
Features
Ein paar Auszüge aus der featurelist des Release 10:
  • überarbeitetes Interface
  • integriertes HTML Hilfesystem mit Suchfunktion
  • erweitertes OpenGL mit Vertex/PixelShader
  • erhöhte Geschwindigkeit von OpenGL, Animationssystem, Charakter Animation, dem Programmstart etc.
  • neuer Objektmanager der auch ein Echtzeitfiltern erlaubt
  • neues Ebenensystem, hierarchische Anordnung möglich, Speichern, Selektieren und Verschmelzen von Ebenen etc.
  • BodyPaint ist vollständig in C4D integriert (vorher stand-alone, bzw. Modul)
  • interaktive Render Regionen
  • komplett überarbeitetes Animationssystem und Zeitleiste
  • neue Charakter Animation mit joint bones, skin object, constraint tags, IK tags uvm.
  • Inhaltsbrowser mit Favoriten um besser Projekte verwalten zu können
  • neuer Befehlsmanager mit Echtzeitfilterung von Befehlen etc.
  • neue Xpresso presets mit String functions, matrix calculations und versch. Helfer
C4D Oberfläche

Module
Ein großer Vorteil von C4D ist der modulare Aufbau. Zum umfangreichen Kernprogramm können noch zusätzlich Module dazu geschalten werden um die Funktionalitäten noch zu erhöhen. Jeder Entwickler oder Designer kann sich somit selbst überlegen welche Funktionen er braucht und spart somit Kosten wenn er sich nur das Kernprogramm kauft.
  • Advanced Render 2.6
  • MoGraph
  • MOCCA 3
  • HAIR
  • Thinking Particles
  • Dynamics
  • NET Render
  • Sketch and Toon

Bodypaint

Zielgruppe
Die Oberfläche und Funktionalität ist sehr intuitiv und wird daher neben Animatoren, auch von Grafikdesignern benutzt. Die Möglichkeiten von C4D samt der Module und der einfachen Compositing Anbindung sind nahezu grenzenlos und ermöglichen Amateuren einen einfachen Einstieg und Profis ein weitgefächertes Funktionspotenzial gleichermaßen. Dank des zu 95% Betriebssystem unabhängigen Codes ist C4D einfacher zu portieren und steht mit einer MAC OS X native seit 2001 auch für Macintosh zur Verfügung.

SDK
Wie viele andere 3D Grafikprogramme bietet auch C4D ein SDK (Software Development Kit) an, mit dem es möglich ist eigenständig Cinema 4D um zusätzliche Funktionen zu erweitern. Mit C++ und der bereitgestellten API ist das Entwickeln von Plugins ein nützliches Feature, dass auch von kommerziellen Vertreibern genutzt wird um Cinema 4D noch stärker zu machen. Es gibt aber auch eine Vielzahl kostenloser Plugins zu Cinema 4D im Internet.

Cinema 4D hat zusätzlich noch eine eigene laufzeit script Sprache "C.O.F.F.E.E." welche Jscript ähnelt. Mit ihr ist es möglich direkt in der Designumgebung scripte zum Steuern von Animationen etc. zu schreiben.

Einsatz
Cinema 4D wird in den unterschiedlichsten Bereichen genutzt: Architektur, Design, Engineering, Druck & Screendesign, Film, Broadcast/TV, Games & Interactive, Wissenschaft & Natur
Hier ein paar Auszüge aus den Anwendungsgebieten Film/Broadcast/TV:

Musikvideo "Precious" von Depeche Mode
Alle Modellierungsarbeiten, Charaktersetups, Texturierungen und Beleuchtung wurde mit Cinema 4D ausgeführt. Auch das Rendern übernahm die C4D Renderengine.

Audi TT Trailer
Lediglich das Auto wurde tatsächlich gefilmt, der Rest wurde synthetisch in Cinema 4D erstellt. Zusätzlich wurde mithilfe von MoGraph eine Art Stadtgenerator erstellt der die Arbeit noch weiter vereinfachte.

Mc Donalds "Zum Abheben"
Die Albatrosse und die Flugspielzeuge wurden in Cinema 4D modelliert, geriggt, texturiert, animiert und mit Cinema 4D NET Render gerendert.

Polar Express
Alle Landschaften, Szenen, Matte-Paintings und Animationen wurden mit Cinema 4D und BodyPaint 3D erzeugt. Mit ca. $150 mio. ist Polar Express der bis dahin teuerste Animationfilm.

Die Chroniken von Narnia
Für ca.150 Einstellungen wurde Cinema 4Ds Camera-Mapping benutzt. Das bedeutet, dass sogenannte Matte-Paintings (2D Hintergrundbilder) auf die Kamera projiziert werden und so den Eindruck entstehen lassen, als sei das gemalte tatsächlich real in der Szene existent.

Serenity
BodyPaint 3D half den Machern der Serie "Firefly" und des Kinofilms "Serenity" beim Texturieren und rechtzeitigen Fertigstellen der Szenen.

King Arthur
Das visual-imaging Produktionshaus Cinesite war verantwortlich für alle digitalen und visuellen Effekte für den Film King Arthur. In der Szene auf dem Eissee inmitten eines Gebirgswaldes wurde die komplette Umgebung mit BodyPaint 3D texturiert.

Alle Bilder © Maxon